Schutz vor Würmern

Gibt es eine Vorbeugung gegen Parasitenbefall?

Wie oft entwurme ich mein Haustier pro Jahr?

Wie schütze ich mich vor tierischen Parasiten?

Diese Fragen müssen je nach Alter, Ernährung und Nutzung von Hund und Katze, sowie dem Wohnort und den Reisegepflogenheiten beantwortet werden.

Alter, Zucht

  • Hunde- und Katzenwelpen sowie alte Tiere (geriatrische Patienten) haben ein höheres Risiko, an parasitären Infektionen zu erkranken und diese auch zu übertragen als adulte Tiere
  • Trächtige Hündinnen können Toxocara Canis (Hundespulwurm), laktierende Hündinnen Toxocara Canis sowie den seltenen Hakenwurm auf die Welpen übertragen und sich darüber hinaus wieder selbst bei den Welpen infizieren (Superinfektion).
  • Laktierende Kätzinnen können Toxocaracati auf ihre Welpen übertragen.

Haltung

Folgende Tiere haben ein höheres Risiko als einzeln gehaltene Kleintiere
  • Hunde und Katzen in Zwingern, Tierheimen, Zuchten
  • im Freien lebende oder streunende Hunde und Katzen
  • Hunde und Katzen, die gemeinsam mit anderen Tieren gehalten werden
  • Jagdhund

Ernährung

Hunde und Katzen, welche wilde Nagetiere (Mäuse, Ratten, etc.), Schnecken, rohen Fisch, rohes Fleisch (inklusive Nachgeburten, abortierte Föten, Kadaver), nicht genügend erhitzte oder gekochte Schlachtabfälle fressen, haben ein höheres Infektionsrisiko für parasitäre Infektionen.

Wohnort / Reisen

Tiere, welche an Plätzen leben – oder vorübergehend in solche verbracht werden – wo vermehrter Parasitenbefall vorhanden ist oder sein kann, wie Tierpensionen, Prüfungen, Hundeund Katzenausstellungen sind stärker gefährdet. Bei Reisen (im Inland, v.a. im Ausland) besteht ein deutlich höheres Infektionsrisiko sich mit in diesen Regionen heimischen (endemischen), örtlich begrenzt auftretenden Parasiten zu infizieren.

Vorbeugende Massnahmen zur Eindämmung der Infektionsgefahr von Mensch und Tier

  • Kinderspielplätze sollen eingezäunt sein
  • Hunde werden regelmässig gebadet (Handschuhe, Wegwerfplastik-Kleidung tragen), v.a. bei Befall oder Verdacht auf den Fuchsbandwurm und sichtbaren Bandwurmglieder
  • Regelmässiges (tägliches) Entfernen von Hunde- und Katzenkot (ist gleich ein Entfernen der infektiösen Parasitenstadien aus der Umgebung. Die Entsorgung erfolgt via Hausmüll (Verbrennung)
  • Ernährung mit kommerziellen Futtermitteln; bei selbst zubereiteten Mahlzeiten Fisch oder rohes Fleisch über 65° (Kerntemperatur) erhitzen, oder 1 Woche bei -17 bis -20° tiefkühlen
  • Vermeidung der Aufnahme von Waldfrüchten (Fuchsbandwurm)
  • Vermeidung soweit möglich der Aufnahme von wilden Nagern, Kadavern, Schlachtabfällen, Wildtieraufbruch (Hasen, Füchse, Rehe, etc.)
  • Keine Aasfresserei (tote Wildtiere, Nagetiere, Hasen, etc.)
  • Stets frisches Trinkwasser anbieten
  • Desinfektion der Fussboden in Tierheimen
  • Veterinär-medizinische Massnahmen/Diagnostik/Therapie

Entwurmungszyklus und Therapie (Behandlung der Verwurmung)

  • Hundewelpen erhalten die erste Entwurmung mit 2 Wochen, dann alle 2 Wochen bis zum Absetzen (Ende der Säugezeit/Umstellen auf feste Nahrung)
  • Katzenwelpen erhalten die erste Entwurmung mit 3 Wochen, dann alle zwei Wochen bis zum Absetzen (Ende der Säugezeit/Umstellen auf feste Nahrung)
  • Im ersten Lebensjahr (nach dem Absetzen) sollten Hunde und Katzen alle 2 Monate entwurmt werden
  • Erwachsene Hunde und Katzen sollten alle 3 Monate entwurmt werden; bei hohem Infektionsrisiko (zahlreiche der oben genannten Risiken sowie engem Kontakt in Familien mit Kleinkindern) sollte monatlich entwurmt werden (die Präpatenz, d.h. die Zeitdauer von der Aufnahme der infektiösen Parasiten-Stadien bis zum Auftreten von Eiern und Larven bei Spulwurmarten beträgt etwas über 4 Wochen).
    Es gilt für jedes Tier eine Risikobewertung zu machen und die individuellen Entwurmungsintervalle festzulegen.
  • Für trächtige Hündinnen und Kätzinnen gibt es in der Schweiz kein zugelassenes Präparat um eine pränatale Infektion der Welpen zu verhindern. Ohne Gegenanzeige kann am 50. Trächtigkeitstag die Hündin/Kätzin entwurmt werden. Nach der Geburt erfolgt eine weitere Entwurmung, zusammen mit der Erstentwurmung der Welpen.
  • Die monatliche Kotuntersuchung zeigt die Situation des Tieres an. Leider können zwischen den Untersuchungen über mehrere Wochen Eier ausgeschieden werden.
  • Der Fuchsbandwurm ist eine Zoonose (Infektion Tier-Mensch, siehe Artikel Fuchsbandwurm). Hier wird bei gefährdeten Tieren die monatliche Entwurmung empfohlen. Bei Reisen in Risikogebiete (quasi ganz Europa) sollte alle Monate entwurmt werden bis und mit 4 Wochen nach der Rückkehr. Ein hohes Risiko haben Hunde welche jagdlich verwendet werden, unbeaufsichtigten regelmässigen freien Auslauf haben, tote oder lebende Nagetiere verzehren.
  • Katzen stellen beim Fuchsbandwurmbefall bezüglich Übertragung auf den Menschen ein kleineres Risiko dar, da sie nur geringe Mengen an Eiern ausscheiden. Bei vorhandenen Risiken (s. oben) sollten sie jedoch untersucht, bzw. behandelt werden.
  • Herzwurmbefall (Übertragung durch Mücken). Er kommt vor allem in südlichen Ländern vor. Auf den kanarischen Inseln kommt es z.B. ganzjährig zur Übertragung. Da es keine wirksamen Repellentien (abstossende Stoffe) gegen diese Mücken gibt, bleibt nur die monatliche Gabe von makrozyklischen Laktonen wie z.B. Milbenmax, und zwar bis und mit 1 Monat nach der letzten Exposition.

Wie schütze ich mich und meine Kinder vor tierischen Parasiten (Zoonosen)

  • Kinderspielplätze sollten eingezäunt sein; Sandkasten bei Nicht-Benutzung abdecken
  • Hygiene (Händewaschen!!!, Gartenarbeit mit Handschuhen)
  • Kein Verzehr von ungewaschenen Früchten (wie z.B. Wald- und Gartenbeeren), Pilzen, Gemüse
  • Tierärztliche verordnete anthelminthische (gegen Würmer wirksame) Behandlungen von Hund und Katze, sowie regelmässige Kotdiagnostik
  • Regelmässiges Beseitigen von Hunde- und Katzenkot (Hausmüll, Verbrennung, nicht in Toilette)

Weiterführende Literatur:
http://www.esccap.org/109/Empfehlungen/Deutsch.htm

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